Fearless
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Der Kletterer

Jonathan Reeves übt einen Beruf aus, an den die meisten Menschen nie denken. Während sich die Welt um ihn herum weiterdreht, verbringt er seine Tage damit, Hunderte Meter hohe Funktürme zu erklimmen. Die von ihm aufrechterhaltenen Verbindungen ermöglichen es ganzen Regionen, zu kommunizieren, sich zu orientieren und miteinander in Verbindung zu bleiben. Es ist eine unverzichtbare Arbeit, doch fast niemand kennt die Namen der Menschen, die sie verrichten.
Mut beginnt lange bevor man den Boden verlässt

Jon hatte schon immer ein seltsames Verhältnis zur Höhe. Nicht so, wie man es üblicherweise beschreibt, mit Furcht oder Faszination, sondern mit etwas Stillerem. Etwas, das eher Respekt birgt. Er erreicht jeden Turm auf dieselbe Weise. Ein Moment der Stille. Ein Blick nach oben. Als würde er einen alten Kollegen begrüßen, anstatt sich hundert Metern freier Luft zu stellen.

Man kann die Höhe nicht überwinden.
Du respektierst es.

Eine andere Art von Höhe.

Für ihn beginnt der Aufstieg nicht erst, wenn sein Fuß den Boden verlässt. Er beginnt mit dem Atemzug davor. Mit dem Atemzug, in dem er entscheidet, dass er bereit ist.

Sobald er mit dem Klettern beginnt, verschwindet die Welt hinter ihm spurlos. Der Lärm verstummt. Die Routine übernimmt die Kontrolle. Die Wiederholung birgt einen seltsamen Trost in sich, als wäre jede Sprosse ein Gespräch, das er schon oft geführt hat und das ihm nie ganz überdrüssig wird.

Jon spricht übers Klettern, wie manche übers Lesen. Etwas, das einen in eine andere Welt entführt, ohne dass man den Übergang bemerkt. Seine Bewegungen sind nicht heroisch, nicht dramatisch. Einfach eine Art geübte Ehrlichkeit.
Etwa auf halber Strecke des Aufstiegs hält er immer inne. Nicht um sich auszuruhen, sondern um die Höhe seine Gedanken neu ordnen zu lassen. Die Welt unter ihm entrückt. Die Welt über ihm wird vertraut. Alles Unnötige verblasst. Er beschreibt nie die Aussicht. Er beschreibt das Gefühl. Ein Gefühl, als ob sich alles fügt. Ein Gefühl, als ob der Geist endlich zur Ruhe kommt, nachdem er am Boden so schwer zu erreichen war. Ein Gefühl der Leichtigkeit, selbst inmitten von Stahl.

Klarheit stellt sich ganz natürlich ein, wenn alles Unnötige wegfällt. Es ist das, was der Meditation am nächsten kommt.

den Himmel treffen

Das Notwendige tun.

Weiter oben verengt sich der Blick auf den Turm. Die Bewegungen werden kleiner, leiser. Er lauscht genauer. Er spürt mehr. Der Wind spricht in anderen Mustern. Der Turm bewegt sich in langsamen, bedächtigen Bewegungen. Jon reagiert ohne zu zögern. Er behandelt jede Verbindung wie ein Versprechen. Nicht, weil ihn jemand beobachtet, sondern weil er glaubt, dass die unsichtbare Arbeit am wichtigsten ist. Hier oben ist Präzision keine Fähigkeit. Sie ist eine Geisteshaltung. Hier oben ist Präzision nicht optional. Sie ist alles.

Wenn er den Gipfel erreicht, gibt es keinen Sieg. Keine Feier. Nur einen Mann, der im Himmel steht und tut, was getan werden muss. Er verweilt nie lange. Nur so lange, bis die Aufgabe erfüllt ist, bis er den Atemzug getan hat, den man nur nehmen kann, wenn nichts über einem ist, und bis er es geschafft hat. Nicht im Triumph. Sondern in Beständigkeit. Den Gipfel zu erreichen ist nicht das Ziel. Die Arbeit richtig zu machen, ist es.

Zweck vor Lärm.

Jon strebt nicht nach Größe. Er strebt nach Beständigkeit. Er strebt nach dem Selbstvertrauen, das entsteht, wenn man schwierige Dinge mit Entschlossenheit und nicht mit Getöse angeht. Er steigt nicht auf, um über andere zu stehen, sondern um über sich selbst hinauszuwachsen.

United Icons passt zu seinem Leben, weil es versteht, dass Ehrgeiz sich nicht immer von selbst offenbart. Manchmal geht er einfach weiter. Schritt für Schritt. Meter für Meter. Tag für Tag.